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Goldsuche & Goldwaschen Grönland

Grönlands Regierungschef Jonathan Motzfeld hatte im November 1989 schon lange gewusst: "Wir wussten ja, da es dort oben ein bisschen Gold gibt." Erst ein paar Jahre zuvor hatten Wissenschaftler Felder aus reinem Eisen untersucht. Sie hatten vermutet, die besonders reinen Lagerstätten konnten nicht irdischen Ursprungs sein, sondern wären auf einen Meteoritenschwarm zurückzuführen. Forscher am Max-Planck-Institut für Chemie in Deutschland bestätigten auf der Jahrestagung der Geologischen Vereinigung in Mainz, auf der Disco-Insel liege das Eisen im Muttergestein in zwei unterschiedlichen Formen vor: in winzigen Kügelchen und in kompakten Massen. Die Kügelchen überraschten aber auch durch Beimengungen; neben Iridium wurde Gold nachgewiesen.

Kaum war dieses winzige Goldvorkommen bekannt, da überraschten wenige Jahre später Geologen der Kopenhagener Universtität. Plötzlich sprach man in Fachkreisen von einem "Goldfund der Weltklasse", so der Kopenhagener Wissenschaftler Kent Brooks. Sein Arbeitgeber, die kanadische Gesellschaft Platinova, hatte Bohrungen ins grönländische Eis getrieben. Kaum erfasste der Bohrmeiel das Gestein von Kangerlugssuay, da war schon die "grö0te Goldmine der Welt" entdeckt. Aber mit dem Goldrausch im ewigen Eis wird es wohl noch eine Weile dauern, versprach Platinova-Direktor David Owen. Noch stehen etliche Bodenproben aus.

Das Gebiet umfasst etwa 40 Quadratkilometer und liegt an der Ostküste Grönlands. Schätzungen gehen davon aus, hier knnen um die Jahrtausendwende jährlich 10 bis 12 Tonnen Gold gefördert werden. Geschätzter Gewinn: 310 Millionen DM. Dafür müssen in jedem Jahr zwischen 10.000 und 15.000 Tonnen Gestein bearbeitet werden. Im Schnitt enthält jede Tonne nur etwa drei Gramm des begehrten Edelmetalls. Sorgen bereitet das Goldvorkommen insbesondere den Naturschützern. Denn die Lagerstätte liegt zwar in einem unbewohnten Gebiet, dafür im Jagdgebiet der Fänger von Illoqqortoormiut.