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Goldsuche & Goldwaschen China

Wie in allen anderen kommunistischen Staaten ist auch in der Volksrepublik China die Goldgewinnung strengen gesetzlichen Vorschriften unterworfen. Denn das gelbe Metall spielt in den Außenhandelsbilanzen dieser Staaten eine gewichtige Rolle. Schon allein der Besitz von Gold steht unter hoher Strafe. So ist es auch nicht verwunderlich, daß aus diesen Ländern kaum Meldungen über Goldfunde in die freie Welt dringen. Trotz dieser spärlichen Veröffentlichungen sind natürlich die chinesischen Goldvorkommen in dem riesigen Reich der Mitte weitgehend bekannt.
In einem Lexikon aus der Jahrhundertwende stieß ich auf folgende Hinweise:

Für Aufsehen sorgen Meldungen aus dem Reich der Mitte wie beispielsweise die der chinesischen Nachrichtenagentur, wonach im Juni 1983 drei chinesische Landarbeiter einen 2,1 Kilogramm schweren Goldklumpen zum damaligen West-Wert von etwa 70.000 Mark gefunden haben. Dafür gab's eine Belohnung von 40.000 Mark. Die Meldung steht im Zusammenhang mit dem Wunsch der chnesischen Führung, die private Goldsuche zur Deckung des großen Finanzbedarfs zu fördern.

Auch kollektiv organisierte Goldgräber sollten durch zusätzliche Anreize das Geschäft schmackthaft gemacht werden. Wie die Tageszeitung "China Daily" Anfang Juli 1985 berichtete, gehörte dazu die bereits beschlossene Anhebung des Goldpreises um ein Viertel auf 895,70 Renminbi (973,60 Mark) pro Feinunze. Das Weltmarktniveaus lag zum gleichen Zeitpunkt bei 958,70 Renminbi (1042 Mark). Nach Angaben des Blattes sollte damit das auch in China florierende Schmuggelgeschäft mit dem Ausland unterbunden werden. Wie nachzulesen ist, betrugen die Goldreserven Ende des ersten Quartals 1985 insgesamt 12,7 Millionen Feinunzen.

Laut "China Daily" sollte der Goldabbau während des 1986 beginnenden Fünfjahresplanes durch Einrichtung von rund 140 neuen Gondminen und Modernisierung der technischen Ausstattung im Jahresdurchschnitt um 15 Prozent gesteigert werden. Die bisherige Fördermenge war nicht bekannt. Die unerschlossenen Goldvoräte, unter anderm in den Westprovinzen Qinghai, Xinjiang und Gansu, gelten als beträchtlich. Den insgesamt 100.000 Bauern, die sich 1985 landesweit aufs Goldgraben verlegt hatten, wurden Staatszuschüsse versprochen. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Ausbeutung von Edelmetall Staatsmonopol.

Seit Sommer 1975 rissen die Erfolgsmeldungen chinesischer Goldschürfer nicht ab. So habe die Goldsuche drei Bauern in der armen Nordwestprovinz Quinghai auf einen Schlag reich gemacht. Im Spätjahr 1986 fanden sie in den Qilian-Bergen an der Grenze zur Provinz Gansu einen Goldklumpen mit dem stattlichen Gewicht von 7740 Gramm. Die Bank zahlte ihnen dafür 280.000 Yuan (rund 150.000 Mark). Allein in diesem Gebiet schürften rund 10.000 Bauern privat nach Gold und anderen Bodenschätzen.

Rechtssprechung

Natürlich waren den meisten Diggern bekannt die weit höheren Weltmarktpreise bekannt. Der Schmuggel des gelben Metalls nahm nicht ab. Wie die "China Daily" im Januar 1986 meldete, wurde die Rechtsprechung deshalb entsprechend geändert. Wer in China Betreiber von Goldminen ist, die mit Schmugglern Geschäfte machen, riskierte ab sofort hohe Strafen, in einigen Fällen sogar die Todesstrafe. Damit wollte die Pekinger Führung zugleich den unkontrollierbaren Privatbergbau wieder einschränken. Laut offiziellen Schätzungen wurden rund 90.000 Feinunzen Gold pro Jahr aus zehn Goldfördergebieten der Volksrepublik geschmuggelt. Weitere 200.000 Feinunzen würden in jedem Jahr von Privatpersonen gehortet, die sich weigerten, das Edelmetall zu dem von der Regierung festgesetzten Preis an den taat zu verkaufen.

Die steigende Zahl privater Goldsucher brachte weitere Probleme mit sich. Schon ein Jahr nach den Lockerungen zur Ankurbelung des Bergbaues hat der Goldrausch in der südchinesischen Provinz Guangdong zu ernsten Umweltproblemen geführt. Jeden Tag schürften dort 30.000 Menschen unorganisiert nach Gold. Dabei verwendeten sie hochgiftiges Natriumcyanid. Das Trinkwasser wurde "ernsthaft versucht", und das vergiftete Wasser wurde einfach in den Yongning-Fluß gekippt. In verschiedenen Regionen waren schon die Fische und Krabben ausgestorben.

Ein umfangreiches Goldvorkommen haben chinesische Geologen in der Provinz Shandong im Osten Chinas entdeckt. Wie die Nachrichtenagentur Tass Mitte November 1991 unter Berufung auf chinesische Quellen berichtet, erreichen einzelne goldhaltige Adern den ersten Untersuchungen nach eine Mächtigkeit von zehn Metern. Die unbedeutende Lagertiefe des Vorkommens ermögliche zudem einen Abbau im Tagebau. Die Erschließung der Lagerstätte sollte noch im achten Fünfjahresplan (1991 bis 1995) erfolgen.