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Goldsuche & Goldwaschen Philippinen

15-Jähriger findet Goldnugget

Oktober 2004 - Es klingt wie ein Märchen aus einem der ärmsten Elendsviertel der Welt. Alfredo Gallo (15) tollte im Abwasserfluß Dario, der sich durch die philippinische Hauptstadt Manila windet. Der Junge tastete mit den Händen auf dem schlickigen Grund. Auf der Suche nach verwertbaren Abfällen.

 

Plötzlich fühlte er einen schweren, schroffen Gegenstand. Gold! Ein Nugget – so groß wie ein Hühnerei. Der Chef des Slums: „Alles, was wir bisher in dieser giftigen Kloake gefunden haben, war Müll.“

Jetzt stürzen sich Tausende Kinder in den Fluß, der von Kot, Chemikalien und Öl verpestet ist. Stundenlang sitzen, tauchen sie in dem braunen Strom, schlucken das giftige Wasser. Auf der gefährlichen Suche nach einem besseren Leben. Ein Mann fand bereits ein zweites kleineres Nugget. Doch die Chance auf das glitzernde Glück – sie ist sehr gering. Es gibt in der Gegend keine natürlichen Goldvorkommen. Die angeschwemmten Nuggets wurden wahrscheinlich achtlos weggeworfen.

Alfredos Vater verkaufte das Gold für umgerechnet 430 Euro. Ein märchenhaftes Vermögen für die Familie, die sonst von ein paar Euro im Monat lebt.

 

Phillipinen

La magior abundanitia q sia in questo ysola e de oro mi mostrorono certj valori facendomi segnio que in q'lli era tanto horo como li sui capilly...

Das Hauptprodukt jener Insel(n) ist Gold. Man zeigte mir gewisse Täler und gab mir durch Zeichen zu verstehen, dass es dort Gold gibt wie Haare auf dem Kopfe...

Antonio Pigafetta
Chronist Magellans


Bis in die früheste Geschichte des Archipels lässt sich Gold zurückverfolgen. Schon lange bevor die Spanier die Philippinen vereinnahmten, schmückte sich die einheimische Bevölkerung mit dem gelben Metall oder setzten Gold als Tausch- und damit Zahlungsmittel ein. Viele dieser Gegenstände sind heute begehrte Objekte ostasiatischer Kunstsammler. Es gibt kaum eine größere Insel ohne Goldvorkommen. Insbesondere die Hauptinsel Luzon verfügt mit ihren weltbekannten Goldfeldern in Camarines Norte und der Zentralkordillere ergiebige Vorkommen. Obwohl in einigen Regionen das Golderz im Großabbau gewonnen wird, ist auf den Philippinen noch viel zu holen. Nur der geringste Teil des Landes ist detailliert untersucht.

Während die Spanier kaum größere Anstrengungen unternahmen, die riesigen Goldvorkommen auszubeuten (sie verlangten von der einheimischen Bevölkerung viel lieber Abgaben), stiegen amerikanische Investoren in die professionelle Förderung ein. Heute nehmen die Philippinen einen oberen Platz in der Liste der Goldförderländer ein.

Neben der offiziellen Förderung tragen zahllose private Golddigger dazu bei, das Gold aus Bächen und Flüssen zu waschen und aus Erzgruben herauszuholen. Manche Anlagen sind nicht ganz legal. Wie zu Zeiten des kalifornischen Goldrausches umgibt die Goldsucher ein Hauch des Abenteuers. Von diesen Diggern erfährt die staunende Öffentlichkeit meist nur nach einem Unglück oder wenn einer mit seiner Entdeckung herausplatzt.

Der Philippinen-Experte Roland Hanewald hat in den 1970-er Jahren die offiziellen und nicht-offiziellen Goldvorkommen des Archipels angeschaut und in einem "Abenteuer-Handbuch" zusammengestellt. Hier nun eine Zusammenstellung seiner Empfehlungen.